Richtiger Schnitt der Obstbäume

Der Weg zur erfolgreichen Obsternte

Achten Sie auf robuste Obstsorten, die ohne regelmäßigen Pflanzenschutz bestehen können.

Auf sonnenreichen Standorten wird das Fruchtaroma, der Vitamingehalt, die Fruchtfärbung und die Ausreife gefördert.

Optimal sind lockere, humose Böden, die sich leicht erwärmen. Bessern Sie staunasse und verdichtete Böden deshalb vor einer Pflanzung gründlich auf.

Gönnen Sie Obstgehölzen auf Rasenflächen eine offene Baumscheibe rund um den Stamm.

Der richtige Schnitt der Obstgehölze erhöht den Ertrag. In zu dichten, ungeschnittenen Obstbäumen breiten sich Krankheiten und Schädlinge schneller aus. In locker geformten, gepflegten Baumkronen dagegen trocknet das Laub rasch ab, die Früchte werden optimal besonnt und durch die begrenzte Fruchtanzahl steigt die Fruchtqualität.

Entscheidend für den Ernteerfolg ist die Sortenauswahl auf den richtigen Unterlagen. Hinweis für alle Veredlungen auf schwachwachsenden Unterlagen: Die Veredlungsstelle bleibt beim Pflanzen 10 cm über der Bodenoberfläche.

Pflanzzeiten

Obstpflanzen im Container können – bis auf Perioden mit Bodenfrost – das ganze Jahr gepflanzt werden.

pflanzzeiten

Apfel & Birne

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Befruchtungsverhältnisse: Alle Sorten sind selbstunfruchtbar. Das Vorhandensein passender Sorten erhöht den Ertrag deutlich.

Wichtige Angebotsformen für begrenzte Gartenbereiche:
Büsche auf schwachwachsenden Unterlagen werden oft zu Spalieren an der Hauswand mit etagenförmigem Aufbau oder als freistehende Fruchthecke erzogen. Neutriebe werden fortlaufend waagerecht geführt. Steil nach oben wachsende Triebe werden stark eingekürzt.

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Schlanke Spindel mit Stammhöhe

40 bis 60 cm und ausgeprägter Mittelachse auf schwachwachsenden Unterlagen. Mit zunehmender Höhe werden die Seitenäste immer kürzer gehalten. In der obersten Baumregion entspringt das Fruchtholz direkt dem Stamm. Das gesamte Erscheinungsbild ähnelt einer Tanne.

spindel

Säulenformen ohne Seitenverzweigung eignen sich besonders gut für eine Kübelkultur

Kelchkronen auf schwachwachsenden Unterlagen erleichtern das Pflücken ohne Leiter und sorgen für eine optimale Besonnung und damit Ausreife der Früchte. Die Triebe lassen sich gut abspreizen – eine Maßnahme, die den Ertrag erhöht.kelchkronen

Tipp für eine üppige Ernte: die Äste mit Schnüren waagrecht blinden

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Halbstamm:

Stammhöhe 100 bis 120 cm, Veredlung auf starkwachsenden Unterlagen.

halbstamm

Hochstamm:

Stammhöhe 160 bis 180 cm, Veredlung auf starkwachsenden Unterlagen.

hochstamm

Aufbau der Halb- und Hochstämme:

Drei Leitäste sind sternenförmig um die Stammverlängerung angeordnet. Im Gegensatz zur schlanken Spindel wird die Stammverlängerung der Halb- und Hochstämme um ein Drittel entfernt. Auch die Leitäste werden auf gleicher Höhe eingekürzt (Saftwaage).

Pfahl:

Alle schwachwachsenden und fruchttragenden Apfel- und Birnenbäume brauchen zeitlebens einen Pfahl, Halb- und Hochstämme während der ersten 3 Jahre nach der Pflanzung.

 

Kirschen

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Süßkirschen

Befruchtungsverhältnisse: Ältere Sorten sind selbstunfruchtbar. Einige neue Sorten sind selbstfruchtbar.

Busch: Veredlung auf schwachwachsenden Unterlagen (GiSelA: Sommerschnitt im September. Die Blätter bekommen mehr Licht und der Baum bildet mehr Nährsubstanzen, mit denen er die bereits im Sommer entstehenden nächstjährigen Fruchtknospen  besser ausstatten kann).

Halbstamm: Stammhöhe 100 bis 120 cm, Veredlung auf starkwachsenden Unterlagen.

Hochstamm: Stammhöhe 160 bis 180 cm, Veredlung auf starkwachsenden Unterlagen

Stämme benötigen einen Pfahl, der bis in die Krone reicht. Ein regelmäßiger Schnitt ist nicht notwendig, zu dichte Kronen werden lediglich nach der Ernte ausgelichtet.

Harter Schnitt im Frühjahr führt zu blutenden Wunden. Besser ist ein Auslichten im Sommer nach der Ernte, da dies einen besseren Fruchtholzansatz sichert und Wunden noch verheilen können.

Säulenformen ohne Seitenverzweigung sind besonders gut für eine Kübelkultur geeignet.

Sauerkirschen

Befruchtungsverhältnisse: Es gibt selbstfruchtende und selbstunfruchtbare Sorten.

Sauerkirschen werden stark geschnitten, da sie am einjährigen Holz fruchten. Optimaler Schnitttermin ist direkt nach der Ernte. Das alte Holz kann über Jahre an der gleichen Stelle zurückgeschnitten werden. Im Gegensatz zu Apfel und Birne ist eine Quirlbildung erwünscht.

 

Weitere Obstarten

marille nektarine

Ripe peaches whole and segments with leaves on a white background
Ripe peaches whole and segments with leaves on a white background

Pfirsich, Nektarine, Aprikose

Unbedingt im zeitigen Frühjahr auslichten, da nur eine begrenzte Anzahl von Früchten am Baum ausreifen kann.

„Falsche“ Fruchttriebe (nur eine Blütenknospe) stark zurückschneiden.

„Echte“ Fruchttriebe ( Doppelknospe) nur schwach zurücknehmen.

weitere-obstarten

Falscher“ Fruchttrieb:      „Echter“ Fruchttrieb:          Holztrieb

stark schneiden                schwach schneiden

 

Sommerschnitt: Nach der Ernte erfolgt – ähnlich wie bei den Sauerkirschen – ein Rückschnitt.

sommerschnitt

 

Pflaumen, Zwetschen, Mirabellen, Renekloden

pflaumen renekloden zwetschke

Benötigen keinen regelmäßigen Schnitt. Dichte Kronen werden lediglich ausgelichtet

zwetschgen

Johannisbeeren, Stachelbeeren

johannisbeere

gooseberry, among green leaves
gooseberry, among green leaves

Angebotsformen: Büsche, Hochstamm (80 bis 90 cm)

Stämme benötigen einen bis drei Pfähle, die bis in die Krone reichen.johannisbeeren

Schnitt: Auslichten der abgetragenen Triebe direkt nach der Erntejohannisbeeren1

 

Stachelbeeren: Rückschnitt der Triebspitzen im zeitigen Frühjahr

Himbeeren, Brombeeren

brombeere1 lamponi

Angebotsformen: ein- bzw. zweijährige Pflanzware

Schnitt Himbeere: Himbeeren lieben als Waldpflanzen eine Mulchschicht. Die abgeernteten Ruten werden sofort nach der Ernte über dem Boden abgeschnitten.

Bei herbsttragenden Sorten nach der Ernte alle Ruten zurückschneiden.

Schnitt Brombeere: Ende Oktober werden alle abgetragenen Ruten über dem Boden abgeschnitten und junge Ruten aufgebunden.

himbeeren

Oben: Fächererziehung für schwach wachsende Sorten

Unten: Palmettenerziehung für wüchsige Sorten