Geschichte

Natürlich gewachsen

 

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Wie alles begann.

Es war der im Jahr 1905 in Graz geborene Arnold Micko, Sohn einer Akademikerfamilie, der gegen den Willen seiner Eltern die Schule abgebrochen hat, um seinem Traum, Gärtner zu werden, zu folgen. Er absolvierte seine Lehre in der Baumschule des Barons Ecker von Eckhofen bei Graz und erweiterte seinen fachlichen Horizont in der Versuchsanstalt für Gartenbau in Weihenstephan (Bayern). Seine Praxisjahre verbrachte er in Frankreich und Australien.


Mühevoller Anfang.

Nach schweren Jahren und der Weltwirtschaftskrise gründete er im Jahr 1939 seine eigene Baumschule an unserem jetzigen Standort in Schadendorf bei Lieboch. Er pachtete hier ein Grundstück mit einer kleinen desolaten Landwirtschaft in Unterpacht. Mit der Vermehrung von Obstbäumen und Viehzucht versuchte er mühevoll und ohne Maschinen sein Geld zu verdienen. 1944 heiratete er seine Maria, die ihn tatkräftig bei der Arbeit unterstützte. Und schon nach einiger Zeit ist es ihm gelungen, die Wirtschaft und umliegende Grundstücke zu erwerben.

 

Kurze Pause vom Rosenveredeln am Feld
Kurze Pause vom Rosenveredeln am Feld

Der Rosenkönig.

Den ersten größeren Erfolg erzielte er, als er einen Auftrag für größere Mengen an Gehölzen zur Bepflanzung der Reichsautobahn bekam. In den 60er Jahren hatte Arnold Micko den richtigen „Riecher“. Heckenpflanzen waren gefragt und so fing er an, große Mengen an Thujen zu produzieren. Seine größte Leidenschaft war aber die Vermehrung von Rosen. Dies brachte ihm den Titel „Rosen-König“ ein. Rosen spielen seit dieser Zeit eine große Rolle bei Micko. Mittlerweile werden jährlich über 15.000 Stück veredelt. Die Baumschule entwickelte sich so aus bescheidenen Anfängen zu einem erfolgreichen Musterbetrieb. Nach seinem plötzlichen Tod (1974) führten sein Sohn Helmut und dessen tüchtige Frau Erna den Betrieb weiter. Die Asphaltierung der Zufahrtsstraße, um die er jahrelang gekämpft hatte, durfte er leider nicht mehr erleben.

 


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Die zweite Generation.

Helmut Micko (geb. 1945) wollte eigentlich einen technischen Beruf erlernen, aber sein Vater hatte wohl das letzte Wort und animierte ihn, auch den Gärtner-Beruf zu erlernen. So kam es, dass Helmut nach 2 Jahren Lehre im elterlichen Betrieb und 1 Jahr in der Baumschule Ecker (wo auch schon sein Vater Arnold gelernt hatte) sich sein Wissen aneignete. Damals war die Arbeit noch sehr beschwerlich, da kaum Maschinen vorhanden waren. Erst 1959 wurde der erste Einachsschlepper angeschafft, womit die Felder bewirtschaftet wurden. Helmut fand Gefallen am Gärtner-Beruf, er absolvierte die Gärtner-Meister-Schule und wurde mit 23 Jahren einer der jüngsten Gärtner-Meister in seinem Jahrgang. Seine Erna lernte er in Schadendorf beim Gasthof Mayer (das damalige In-Treff für Speis und Trank im Ort) kennen. Erna war die Gastwirts-Tochter und Helmut gewann sie eines Abends durch einen Jugendspaß beim „Kartenspielen“. So wurde aus einem Jux Liebe und 1970 geheiratet. Erna packte von Anfang an tatkräftig an, sie war ja schon als Kind eine Blumen- und Pflanzenfreundin. So fiel es ihr nicht schwer, innerhalb kurzer Zeit sich das nötige Wissen an Pflanzen und Gärten anzueignen.

 

Mickos Gartencafé in den 80er Jahren
Mickos Gartehncafé in den 80er Jahren

Die Übernahme.

Nach dem plötzlichen Tod von Arnold Micko übernahmen Helmut und Erna den Betrieb. Die Zufahrtsstraße, für die Arnold Micko schon so lange gekämpft hatte, wurde Ende 1974 asphaltiert und immer mehr Kunden besuchten den Betrieb. Da begannen Helmut und Erna mit den Umbauarbeiten, um den Betrieb für den Gartenliebhaber attraktiver zu machen. Es wurde eine Schattenhalle gebaut und einige Maschinen angeschafft, um die schwere Arbeit zu erleichtern. Innovation und Fortschritt stehen bei Helmut und Erna ganz oben. So wurde bereits in den 80er Jahren ein Kunden-Café errichtet, es gab viele Veranstaltungen wie Rosenschauen, Rosentaufen und viele andere Events, welche immer von mehreren tausend Besuchern bestaunt wurden.


10x8m groß, 5.000kg schwer und mit über 10.000 Pflanzen geschmückt: der Weltrekord-Schmetterling in seiner vollen Pracht
10x8m groß, 5.000kg schwer und mit über 10.000 Pflanzen geschmückt: der Weltrekord-Schmetterling

Das Highlight war sicherlich der größte Blumenschmetterling der Welt (1994), der es auch ins Guinness Buch der Rekorde schaffte und bis weit über die Grenzen bekannt wurde, selbst eine Tageszeitung aus Südafrika berichtete darüber! Die Idee und Unter-Konstruktion hierfür war alles „made by“ Helmut Micko. Der Schmetterling wurde durch dieses Event auch zu unserem Firmenlogo und ist seitdem unser Markenzeichen. Helmut ist ein großer Tüftler und Erfinder und hat schon so einige Firmeneinrichtungen und Geräte für den Betrieb umgebaut (ist wohl der Techniker in ihm, der er einmal werden wollte). In den frühen 90er Jahren wurde bereits die „MICKO-Vorteilskarte“ eingeführt, damals sicherlich ein Vorreiter, da Vorteilskarten selbst in anderen Branchen nicht üblich waren. Dadurch konnten sehr viele Stammkunden gewonnen werden. Der einstige landwirtschaftliche Betrieb wuchs stetig weiter. Auf inzwischen über 20 Hektar werden die Pflanzen, heute noch wie damals, mit einem großen Augenmerk auf umweltschonende, naturnahe und nachhaltige Vorgangsweise, in bester MICKO-Qualität kultiviert. Micko wurde ein beliebter Ausflugsort mitten im Grünen für viele Gartenliebhaber. Und das ist auch das Ziel für die 3. Generation: mit Elisabeth Micko wird der renommierte Familienbetrieb weitergeführt.


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Elisabeth Micko, 1985. Schon damals begeisterte „Junggärtnerin“

 

Als ich 1975 als jüngste von drei Schwestern geboren wurde, war das „Drei-Mäderl-Haus“ der Familie Micko komplett. Familie und Bekannte würden mich rückblickend sicher nicht als typisches Mädchen meiner Generation bezeichnen: Mein Element waren zu dieser Zeit weniger Puppen und Kleider, vielmehr reizte mich schon damals das Wühlen und Graben, Unkraut-Jäten, Auspflanzen, Umtopfen – kurzum die „Mitarbeit“ im elterlichen Betrieb. Meine Eltern nannten mich gerne „Luis“ – vielleicht weil ich der heimlich ersehnte „Stammhalter“ hätte werden sollen oder weil ich auf meine burschikose, kumpelhafte Art immer zwischen den Mitarbeitern zu finden war – ob als „engagierte Junggärtnerin“ oder bei einer schmackhaften Jause.Fast spielerisch und mit großem Engagement erlernte ich Stecklinge schneiden, Rosen veredeln oder auch das Pikieren. So mutet es fast selbstverständlich an, dass für mich nach der 4. Klasse Gymnasium nur die gärtnerische Handelsschule in Grottenhof-Hardt

als Ausbildungsstätte in Frage kam. Der als Internat organisierte Schulbetrieb kam mir und meiner freiheitsliebenden
Lebenseinstellung über die Lehrjahre hinweg sehr entgegen.

 

Fernweh.

Auch wenn es anfangs nicht die Erfüllung meines größten Traums darstellte, trat ich nach meiner Ausbildung auf Wunsch meiner Eltern in unseren Betrieb ein. Aber schon mit 19 Jahren zog es mich in „die Welt“ hinaus. Das Ziel meiner Reise war Kanada, wo ich 6 Monate bei einer wundervollen Familie mit einem gärtnerischen Kleinbetrieb verbringen durfte. Die Familie wohnte in einer typischen kanadischen Kleinstadt namens „Chilliwack“ – auch bekannt als „The green heart of British Columbia“ – schon ein seltsamer Zufall: Ich kam von der Steiermark, dem „Grünen Herz Österreichs“, direkt ins „Grüne Herz von British Columbia“. Haupterwerb meiner Gastfamilie war die Produktion von Schnittblumen, die ich schon nach kurzer Einarbeitungszeit eigenverantwortlich am örtlichen Markt verkaufen durfte. Nicht immer bedeutet Lernen, ausschließlich fachlich besser zu werden. Ich erfuhr in dieser Zeit vor allem, was Freundschaft, Lebensfreude und Zufriedenheit im Leben eines
jungen Menschen bedeuten kann – noch heute bin ich mit meinen Freunden aus dieser Zeit in regelmäßigem Kontakt.

 

Direkt nach dem Kanada-Aufenthalt
Direkt nach dem Kanada-Aufenthalt

Zurück zu den Wurzeln. Nach dieser für mich sehr wichtigen Lebenserfahrung kehrte ich 1994 in den elterlichen Betrieb zurück. Im Alter von 22 Jahren besuchte ich mit großem Interesse die „Gärtner-Meister-Schule“, welche ich nach 3-jähriger Ausbildung mit ausgezeichnetem Erfolg beenden konnte. Die Aufgaben- und Verantwortungsgebiete, denen ich mich in unserem Pflanzenparadies widme, sind in den letzten Jahren ständig gestiegen – Führungsaufgaben, Werbung, Marketing, Konzeption und Umsetzung von Veranstaltungen, Events und Ausstellungen – um nur einige zu nennen.


 

Beim Messebesuch in München auf der Suche nach interessanten Produktneuheiten
Beim Messebesuch in München auf der Suche nach interessanten Produktneuheiten

Neue Wege. Aus Erfahrung weiß ich, dass das Erscheinungsbild eines Unternehmens sehr zum Erfolg beitragen kann. Aus diesem Grunde habe ich gemeinsam mit meiner Werbeagentur unseren Firmenauftritt und unser Logo neu konzipiert, wobei mir das Festhalten am Schmetterling als „Firmensymbol“ ein großes Anliegen war. Die Frage: „Was bringt oder erhöht die Zufriedenheit meiner Kunden?“ hat mich dazu bewogen, die Kassenzone neu zu gestalten und dem Thema „Accessoire“ eine eigene Halle zu widmen. Auf Reisen, Messen und internationalen Veranstaltungen bin ich ständig neuen Trends auf der Spur, die ich meinen Kunden im Pflanzenparadies Micko präsentieren und näherbringen darf. Das Magazin „Entfalter“ in Ihren Händen ist ein typisches Produkt meiner „gärtnerischen Rastlosigkeit“. Mein Ziel ist es, unsere Kunden mit Beratungs-, Pflanzen- & Produktqualität zu begeistern sowie den Traditionsbetrieb Micko auf natürliche Weise in eine erfolgreiche Zukunft zu führen.

Ihre Elisabeth Micko